Sonnenhaus Strausberg

Datenblatt

Kurzbeschreibung:
Wohn- und Geschäftshaus mit 17 Wohneinheiten und zweistöckigem Bürotrakt
Bauherr:
WBG Aufbau Strausberg eG
Zeitraum:
2012 bis Frühjahr 2014
Besonderheiten:
KfW55-Haus;
mehr als 50 % des jährlichen Wärmebedarfs wird durch Sonnenenergie gedeckt;
knapp 200 m² Sonnenkollektoren;
63.000 Liter Speichervolumen

Am 20.06.2014 hat die WBG Aufbau Strausberg eG feierlich Brandenburgs größtes Sonnenhaus eröffnet!

Die Diskussion über die Energiewende dreht sich in Politik und Medien fast ausschließlich um die ökologische Stromproduktion und deren Bezahlbarkeit. Vergessen wird dabei, dass knapp die Hälfte des Endenergiebedarfs in Deutschland für Wärme benötigt wird. Eine zügige Umsetzung der Energiewende erfordert nicht nur den Umbau der Stromproduktion mittels erneuerbarer Energien, sondern ebenso alternative Verkehrskonzepte, eine zukunftsweisende Wärmeversorgung und in allen Bereichen den effizienten und umweltschonenden Umgang mit Energie und Ressourcen.

Vermieter und Mieter gleichermaßen brauchen heute also ein überzeugendes und nachhaltiges Gebäudeenergiekonzept. Mit einem Sonnenhaus wird mehr als 50% des Wärmebedarfs durch umweltfreundliche Solarwärme gedeckt. Sonnenhäuser ermöglichen dauerhaft niedrige und klar kalkulierbare Heizkosten, da sie unabhängig machen von fossilen Energieträgern und deren Preissteigerungen. Damit kommt die Energiewende auch tatsächlich beim Mieter an. Heizkosten unter 3 EUR pro Quadratmeter und Jahr sind möglich.

Aus diesem Hintergrund hat sich die Wohnungsbaugenossenschaft Aufbau Strausberg eG dazu entschlossen, in Strausberg das mit 17 Wohneinheiten größte Sonnenhaus in Brandenburg zu bauen. In den integrierten zweistöckigen Gewerbebereich ist die WBG Aufbau selbst eingezogen, nach über einem Jahr Bauzeit wurde es am 20. Juni 2014 eingeweiht.

Was dieses Sonnenhaus auszeichnet: Das Wohn- und Geschäftshaus in der Gustav-Kurtze-Promenade ist als KFW 55 Haus konzipiert. Knapp 200 m² Sonnenkollektoren sammeln die Wärme der Sonne und leiten sie in zwei zentrale Pufferspeicher mit 63.000 Liter Speichervolumen. Die Speicher sind jeweils 11 m hoch und haben einem Durchmesser mit Isolierung von 2,6 m. Bei Bedarf geben die Speicher die Wärme an die Fußbodenheizung und die Warmwasserbereitung ab. Durch einen Vorwärmetauscher wird der untere Speicherbereich durch kaltes Trinkwasser immer kalt gehalten und damit das Warmwasser vorgewärmt und der Wirkungsgrad der Solaranlage erhöht. Die Endtemperierung des Warmwassers erfolgt über 2 in Reihe geschaltete Frischwasserstationen. Wenn der Solarertrag nicht ausreicht wird mit einer Wasser/Wasser-Wärmepumpe, die als Energiequelle das Grundwasser nutzt, effizient nachgeheizt.

Das Gesamtkonzept umfasst darüber hinaus noch eine sehr gute Wärmedämmung, 3-fach verglaste Fenster, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sowie die Möglichkeit, Veranstaltungsraum und Bürobereiche über das Grundwasser zu kühlen. Für die Haustechnikplanung verantwortlich ist das Ingenieurbüro für ökologische Haustechnik ergo sun mit Sitz in Prenzlau www.energosun.de . Es ist Mitglied im bundesweiten Experten-Netzwerk Sonnenhaus Institut e.V., auf dessen webseite www.sonnenhaus-institut.de Sie weiterführende Informationen zum Thema Heizen mit der Sonne finden. Das Sonnenhauskonzept ist ausgereift, langlebig und nachhaltig. In Deutschland gibt es mittlerweile über 1.300 Sonnenhäuser, darunter ebenso Neubauten wie sanierte Altbauten.

Den ökologischen Spitzenstrom nutzen!

Das Sonnenhaus (>50% Sonnenwärme) mit seinem großen Wasser-Saisonspeicher eignet sich hervorragend zur Nutzung von winterlichen Stromspitzen aus Windkraft. Dazu setzen wir zur Deckung der restlichen 40 % des Jahreswärmebedarfes Erdwärmepumpen ein. Diese können genau dann betrieben werden, wenn günstiger Strom im Netz zur Verfügung steht und den 63 m³ Wasserspeicher komplett füllen, so dass anschließend zwei Wochen Windflaute der Wärmeversorung des Gebäudes nicht schaden. Dieses Konzept ist zukunftsfähig und sorgt dafür, dass das 2 °C Ziel des UN-Klimarates eingehalten werden kann, da es die Stärken der unerschöpflichen Energie aus Sonne und Wind kombiniert.

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